Gaming-Notebooks – Eine lohnende Sache?

Immer dann, wenn der derzeitige Rechner anfängt, aktuelle Spiele-Titel nicht mehr mit hohen Details und Auflösungen darzustellen, gerät man ins Grübeln: Soll ich mir nicht mal was Neues gönnen? Direkt ein neues System oder reicht vielleicht auch zunächst eine neue Grafikkarte und ein bisschen mehr (RAM, CPU…). Oder was wäre mit einem ganz anderen Ansatz?

Weg vom Desktop-PC hin zum Gaming-Notebook

Die Idee von Gaming-Notebooks ist (fast) so alt wie mobile Rechner selbst und grundsätzlich ja auch eine sehr attraktive: Man nehme sehr leistungsfähige Komponenten und stecke sie in ein Notebook-Gehäuse der Größe X – fertig ist die perfekte Mischung aus beiden Welten: Satte Leistung bei gleichzeitiger Mobilität. Was in der Theorie so verlockend klingen mag, stellt sich in der Praxis bis heute noch immer ein wenig anders und vor allem komplizierter dar.

Gaming Notebooks – Eine Welt voller Kompromisse?

Wie man sich unschwer vorstellen kann, sind die Dimensionen „Leistung“ und „Mobilität“ Aspekte zweier gegensätzlicher Pole. Will man viel (Gaming)-Leistung, leidet in der Regel der Aspekt der Mobilität deutlich. Dies ist durch den Umstand bedingt, dass leistungsfähige Komponenten zum einen eine hohe Leistungsaufnahme, sprich Stromverbrauch, haben und zum anderen in ihrer Bauform einen gewissen Platz benötigen. Im Desktop-Bereich verhält es sich nicht anders: eine hochperformante Grafikkarte hat deutlich größere Abmessungen als eine Onboard-Grafikkarte.

Beide Punkte, also Stromverbrauch und Platzbedarf, sind in der mobilen Welt die Achilles-Ferse jedes Konzepts. Solange sich die Akku-Technologie nicht radikal ändert, wird die Stromversorgung immer ein Engpass bleiben und somit auch die Mobilität (im Sinne von Unabhängigkeit vom Stromnetz) einschränken. Der eigentliche Platzbedarf der leistungsfähigen Komponenten und der Anspruch der Notebookhersteller, ein anständiges Display mitzuliefern (selten im Gaming Bereich kleiner als 17″) sorgen dafür, dass aus einem Notebook schnell ein Gerät wird, das gerne mehr als 4 kg wiegen kann und sich zudem in den Abmessungen auch nicht mehr als „mobil“ bezeichnen lässt. Die gute Übersicht hier zeigt, wie schwer die aktuellen Top-Geräte sind und welche Bildschirm-Diagonale die Geräte aufbringen können, die interessanten Testberichte zu den jeweils konkreten Modellen geben zudem einen super Überblick über die Leistungsdaten.

Durchaus leistungsfähig aber nicht „mobil“

Außer Frage steht, dass man mit einem guten Gaming-Notebook auch aktuelle Titel in höchster Grafikpracht genießen kann – insofern kann man an Gaming-Notebooks von der reinen Leistungssicht her absolut nichts Negatives finden. Man sollte sich allerdings vorm Kauf eines mindestens 1500 € teuren Geräts aber die Frage stellen, ob einem der „Mobile-Aspekt“ den deutlichen Aufpreis wert ist.

Folgende Fragen können helfen, den Entscheidungsprozess ein wenig zu vereinfachen:

  • Wie oft werde ich den Mobilitätsvorteil gegenüber einem herkömmlichen Desktop-PC ausnutzen (Besuche von LAN-Parties etc.)?
  • Was stört mich an einem normalen Desktop-PC sodass ich ein Gamer-Notebook bevorzuge?
  • Reichen mir ca. 2 Stunden Akkulaufzeit für die wirklichen mobilen Einsätze aus?
  • Reicht mir das Notebook-Display als vollwertige Lösung dauerhaft aus?
  • Welche Upgrademöglichkeiten bietet mir das anvisierte Modell?
  • Welche Leistung würde ich bekommen, wenn ich das Geld in einen regulären Desktop-PC stecken würde bzw.
  • Wieviel Geld müsste ich lediglich in einen Gaming-PC investieren, um die Leistungswerte des anvisierten Gaming-Notebooks zu erreichen?

Fazit

Gaming Notebooks haben in den vergangenen Jahren den Leistungsrückstand auf normale Desktop-PCs deutlich reduzieren können und bieten nahezu uneingeschränkten Gaming-Genuss. Allerdings sind die Preise für gute Modelle nach wie vor ordentlich, sodass man für ein anständiges Gerät mindestens 1500+ € veranschlagen sollte – nach oben sind die Grenzen wie so oft quasi offen.
LAN-Party Enthusiasten, die häufig den Schreibtisch verlassen haben an einem Gaming-Notebooks sicherlich die größte Freude, ist es doch schnell eingepackt und schnell anderen Ortes wieder aufgebaut. Eine echte Alternative kann ein Gaming-Notebook auch dann sein, wenn man den Schreibtisch bei Zeiten gerne „computerfrei“ machen und das Gerät schnell in einer Ecken verstauen möchte.

Eine breite Auswahl an Gaming-Notebooks findet ihr unter anderem z.B. bei Comtech.

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Gamer-PC-zusammenstellen.com
1 comment… add one
  • gamer83 Jul 10, 2014, 2:11 pm

    Ich hatte auch schon beides probiert und muss sagen, dass ich letztendlich beim Desktop bleibe. Gerade zu Zeiten von Tablets und Smartphones wäre der Vorteil wirklich nur beim Gaming und der schnelle Auf- und Abbau. Da Lan-Partys auch seltener geworden sind, besteht kaum noch Bedarf für ein so teures Notebook.

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