Gamer PC zusammenstellen – Das passende Gaming-Mainboard auswählen

Das Mainboard bildet die Plattform deines Rechners und legt als solche den Rahmen fest, in dem Du deinen Rechner ausbauen kannst.

Maßgebliche Faktoren sind hierbei der Sockel des Mainboards, der darüber bestimmt, welche CPUs mechanisch auf dem Mainboard befestigt werden können und der Chipsatz (Chipset), der darüber entscheidet, welche Features und welchen Ausstattungsumfang deine Plattform aufweist.

Auch bei den Mainboards gibt es die bereits von den CPUs bekannten Leistungs- und Preisklassen. Gute Einstiegs-Maiboards starten bei rund 100€ und von dort an lassen sich schrittweise die höheren Preissegmente erklimmen.

Mainboards, die speziell als „Gaming-Mainboards“ positioniert und vermarktet werden liegen regelmäßig in der Preisklasse von 150-250€ während Modelle der High-End-Liga mit hochleistungsfähigen Chipsätzen und umfangreicher Ausstattung auch jenseits der 300€ Grenze liegen können.

Aktuelle Gaming-Mainboard Empfehlungen nach Preisklassen

Mainboard-Empfehlung für Gaming-PCs in der 1500€ Preisklasse

Das MSI X470 GAMING PLUS basiert auf dem AMD-X470-Chipsatz und unterstützt AMD-Prozessoren für den Sockel AM4. Es verfügt über vier DDR4-Slots für bis zu 64 GB Arbeitsspeicher. Zur weiteren Ausstattung des X470 GAMING PLUS gehören zwei PCIe-3.0-x16-Slots, ein PCIe-2.0-x16-Slot und drei PCIe 2.0 x1 Slots. Außerdem verfügt das X470 GAMING PLUS über 8-Kanal-Sound, eine Gigabit-LAN-Schnittstelle, sechs SATA3-Anschlüsse, zwei M.2-Anschlüsse sowie zwei USB-3.1-Typ-A- und vier USB-3.0-A-Schnittstellen.

MSI X470 GAMING PLUS
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Mainboard-Empfehlung für Gaming-PCs in der 1000, 1250€ Preisklasse

Das ASRock B450 unterstützt CPUs für den Sockel AM4 und verfügt über vier DDR4-Slots (bis 64 GB RAM total). Zur weiteren Ausstattung des B450 Pro4 gehört eine CPU-abhängige Grafiklösung, ein PCIe-3.0-x16-Slot, ein PCIe-3.0-x4-Slot und vier PCIe-2.0-x1-Slot. Onboard bringt das B450 Pro4 8-Kanal-Sound, eine Gigabit-LAN-Schnittstelle sowie sechs SATA3-, zwei M.2-Anschlüsse, USB-3.1-Typ-C-, USB-3.1-Typ-A- und USB-3.0-Ports mit.

Asrock B450 Pro4
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Mainboard-Empfehlung für Gaming-PCs in der 500€ Preisklasse

Das ASUS PRIME B350-PLUS unterstützt AMD-Prozessoren für den Sockel AM4. Es verfügt über 4 DDR4-Slots (für bis zu 64 GB RAM). Mit an Board sind u.a. ein PCIe-3.0-x16-Slots, ein PCIe-2.0-x4-Slot, zwei PCIe-2.0-x1-Slots,8-Kanal-Sound, eine Gigabit-LAN-Schnittstelle sowie acht SATA3-, einen M.2-Anschluss, sowie diverse USB-Ports.

Asus PRIME B350-PLUS
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Mainboard-Empfehlung für Gaming-PCs in der 1500€ Preisklasse

Das ASUS ROG STRIX Z370-F GAMING Mainboard basiert auf dem übertaktungsfreundlichen Intel-Z370-Chipsatz und unterstützt intel Prozessoren der 8. Generation. In vier DIMM-Slots im Dual-Channel-Betrieb können bis zu 64 GB Arbeitsspeicher verbaut werden. Weiterhin umfasst die Ausstattung zwei PCIe-3.0-x16-Slot, ein PCIe-3.0-x4-Slot und vier PCIe-3.0-x1-Slots. Zusätzlich verfügt das Board über Gigabit-LAN-Schnittstelle, 8-Kanal-Sound sowie sechs SATA3-Anschlüsse, zwei M.2-Anschlüsse sowie eine USB-3.1-Typ-C-, eine USB-3.1-Typ-A- und zwei USB-3.0-Schnittstellen. Alles in einem eine ziemlich runde Basis, die auch anspruchsvollen User ausreichend Potential bieten dürfte.

ROG STRIX Z370-F GAMING, Mainboard
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Welches Mainboard für dich in Frage kommt, hängt maßgeblich von deinen Plänen ab

Fakt ist, dass mittlerweile alle großen Hersteller einen sehr guten Marketing-Job machen und neben ausgefallenen optischen Auftritten der Mainboards (aufwendige Lackierungen, Blenden & Verzierungen, mitunter sogar konfigurierbare LED-Beleuchtung), coolen Namen (z.B. Republic of Gamers…GAMING, Aorus Ultra Gaming etc.)  auch viele Technologien und Features bewerben, die entweder keine wirklichen Features sind oder aber für viele User schlicht nicht relevant sind.

Es liegt daher zunächst an Dir, deinen konkreten Bedarf richtig einzuschätzen und die Werbeaussagen der Mainboard-Hersteller kritisch zu hinterfragen. Nicht zuletzt entscheidet natürlich auch dein Budget über potentielle Mainboard-Optionen.

Was hast Du eigentlich mit deinem Gaming PC vor?

Willst Du Dir lediglich ein funktionales System zusammenstellen, das gute Leistung erzielt und zuverlässig seinen Dienst verrichtet, dich aber ansonsten nicht weiter damit beschäftigen? Hier tut es in 99% der Fälle ein Einstiegsboard in der 100€ Liga mit einem Chipsatz, der die Basis-Anforderungen bedient.

Bist du stark am Thema Overclocking interessiert und jagst jedem Frame und jedem Benchmark-Punkt hinterher? Dann ist vermutlich ein Board für dich interessant, dessen Chipsatz Overclocking-Features aufweist (etwa die X- bzw. Z-Chipsatz-Reihen von AMD bzw. Intel)

Häufig werden die teuren Mainboards mit Übertaktungsfeatures geschickt marketingseitig als „Gaming-Mainboards“ bezeichnet, weil damit suggeriert wird, dass (aus welchen Gründen auch immer) dem Besitzer Wettbewerbsvorteile entstehen. Das ist aber häufig völliger Blödsinn und meist reine Geldmacherei!

Du solltest also immer kritisch hinterfragen, ob die Features, die dir unter dem Label „Gaming-Mainboard“ angepriesen werden, wirklich den Aufpreis wert sind.

Damit Du besser entscheiden kannst, auf welche Kriterien du bei der Auswahl eines („Gaming“-)Mainboard achten solltest, schauen wir uns die wichtigsten Punkte hier einmal genauer an.

Der Mainboard-Chipsatz

Entscheidend ist, dass auch beim Mainboard die Ausstattung und die damit einhergehenden Features zu deinem Bedarf passen sollte.

Die Möglichkeiten, die dir offen stehen, hängen ganz stark von der Wahl des Chipsatzes ab!

Um zu verstehen, welche Implikationen mit der Wahl des Mainboards bzw. damit einhergehend des Chipsatzes entstehen, schauen wir uns kurz den schematischen Aufbau moderner Consumer-Chipsätze am Beispiel von Intels Chipsätzen Z370 und H370 aus der Intel 370 Chipsatz Serie an und erläutern die zentralen Aspekte.

Intel Chipset H370 Z370 als Beispiel | Bildquelle: Intel Corp.

Intel Chipset H370 Z370 als Beispiel | Bildquelle: Intel Corp.

Wie du schnell erkennst ist der grundlegende Aufbau beider Chipsätze auf den ersten Blick sehr ähnlich. Sie sind für den Einsatz in Kombination mit einem Intel Core i Prozessor der 8. Generation gedacht, beide unterstützen mindestens einen 16x PCI-Express-Slot für die Grafikkarte und unterstützen den Anschluss von einigen USB-, S-ATA und PCI-Express Geräten, wenn auch in unterschiedlicher Menge und für verschiedene Generationen des jeweiligen Standards.

Beide Boards können bis zu 4 Riegel RAM aufnehmen und unterscheiden sich ansonsten noch punktuell in Details wie beispielsweise einem eingebauten Wireless-LAN Moduls (H-Chipsatz) oder der Möglichkeit des Overclockings mit Hilfe des optionalen Extreme Tuning Utilities im Fall des Z-Chipsatzes.

Keine nennenswerten Unterschiede in der Chipsatz-Performance innerhalb einer Serie

Viele User glauben, dass die höherpreisigen Chipsätze einer Serie (also die X bzw. Z Modelle) automatisch schneller sind als die Einstiegs-Chipsätze mit geringerer Ausstattung. Wie der ein Test von GamersNexus zeigt, ist dies aber tatsächlich nicht der Fall.

Es macht (natürlich bei den gleichen verbauten Komponenten, d.h. gleicher Grafikkarte, CPU und RAM) praktisch keinen Unterschied, ob z.B. ein Z-Chipsatz oder ein H-Chipsatz von Intel zum Einsatz kommt.

Erst wenn es um die Frage geht, ob ein Prozessor übertaktet oder RAM mit einem Takt jenseits der 2666Mhz eingesetzt werden soll, spielt in diesem konkreten Fall der Z-Chipsatz von Intel seine Stärke aus – eben weil er diverse Möglichkeiten zur Übertaktung bietet und die verbauten Komponenten (z.B. RAM und CPU) so schneller gemacht werden können.

Vereinfacht gesprochen unterscheiden sich die verschiedenen Chipsätze einer Serie (also z.B. H370, Z370 und B370) also weniger in der Performance als in ihrer Ausstattung und den daraus resultierenden Möglichkeiten.

Um es in einem Satz zusammenzufassen: Wer Übertakten möchte, greift zu den Z-Chipsätzen (bzw. X-Chipsätzen bei AMD) und wer kein Interesse daran hat, ist auch wunderbar mit einem Mittelklasse-Chipsatz (H/B bei Intel, B bzw. AB bei AMD) beraten.

Ein Mainboard mit X- oder Z-Chipsatz ist also per sé nicht mehr oder weniger Gaming geeignet als ein Mainboard mit einem H, Q oder B Chipsatz! Bitte mache Dir das bewusst und lasse dich nicht von dem – zugegebenermaßen meist sehr ansprechendem – Markting-Bling-Bling an der Nase herumführen.

Natürlich kann jeder Mainboard-Hersteller seine Boards noch individualisieren und mit unterschiedlichen Ausstattungsmerkmalen aufbohren, etwa extrem vielen USB-Anschlüssen, mehreren Netzwerk-Ports etc.

Der Chipsatz als solches ist also zunächst nur der Rahmen, den aber jeder Mainboard-Hersteller nach seiner Vorstellung ausbauen kann. Deshalb unterscheiden sich auch viele Mainboards trotz des gleichen Chipsatz hinsichtlich ihrer Ausstattung!

Derzeit sind folgende Chipsätze im Gaming-Kontext populär:

AMD Intel
Chipsatz Sockel Chipsatz Sockel
AMD-X470 AM4 Intel Z370 Sockel 1151-v2
AMD-X370 Intel B360
AMD-B350M Intel H370
AMD-B350 Intel H310
AMD-AB350
AMD X399 TR4 Intel X299 Sockel 2066

Ausstattungsmerkmale bei Mainboards

Ein zentraler Unterschied bei Mainboards und den verbauten Chipsätzen liegt in der Verfügbarkeit von internen sowie externen Anschlüssen. Diese existieren in Form von SATA, USB und PCIE-Ports sind ein zentrales Differenzierungsmerkmal moderner Mainboards.

Eine zentrale Rolle nimmt hierbei der sog. PCI-Exress-Standard ein, der mittlerweile die unterschiedlichsten Komponenten wie die Grafikkarte, M.2-, SATA-Express-Festplatten, Netzwerk- und Soundkarten und sonstige Komponenten mit dem Chipsatz bzw. direkt mit der CPU deines Systems verbindet.

PCIE-Slots und Lanes

Der Vorteil des PCI-Express Standards (auch PCIe, PCIE) liegt in der hohen Übertragungsrate mit der Daten zwischen den einzelnen Komponenten deines System hin- und hergeschickt werden können.

Am weitesten verbreitet ist derzeit noch die Version PCIe 3.0 wobei Version 4.0 schon in den Startlöchern steht.

Insbesondere für den Betrieb einer leistungsfähigen Grafikkarte hat der PCIe-Standard eine große Bedeutung. Bedingt durch den Umstand, dass für die Berechnung von Computergrafik oft hohe Datenmengen verarbeitet werden müssen, hat die Grafikkarte einen sehr hohen Bedarf und Anspruch hinsichtlich der Bandbreite. Aus diesem Grund verfügen praktisch alle modernen Mainboards über einen PCIE-Express Slot der unmittelbar mit der CPU, also dem Hauptprozessor deines System, kommuniziert.

Durch diese „Direktverbindung“ zwischen CPU und Grafikkarte können viele anspruchsvolle Rechenoperationen beschleunigt und damit die Leistungsfähigkeit des Systems gesteigert werden.

Vielleicht ist dir in diesem Kontext oben im Blockdiagramm der beiden Chipsätze ein Unterschied zwischen Z- und H-Chipsatz aufgefallen?

Der H-Chipsatz bietet die Unterstützung für einen x16 Lanes PCI Express Slot, während der Z370 entweder 1×16 Lanes oder 2×8 Lanes bzw. 1×8 Lanes + 2 4x Lanes unterstützt.

Was bedeuten diese Angaben und was sind PCI-Express-Lanes?

Ein PCIe-Slot (also der Steckplatz, in welchen du ein PCIE-fähiges Endgerät einsteckst) wird über sog. Lanes (sozusagen „Datenspuren“) angebunden. Das sind Punkt-zu-Punkt-Leitungen auf dem Mainboard, über die die jeweilige Komponente ihre Daten an den Chipsatz bzw. den Prozessor senden kann.

Hier kann ein PCI-Express-Slot nicht nur über eine Lane (eine Datenspur) verfügen sondern über viele.

Typische „Ausbaustufen“ eines PCIE-Slots finden wir in der Form 1x (eine Lane), 2x (zwei Lanes) 4x (vier Lanes), 8x und 16x Lanes.

Prinzipiell gilt: Je mehr Daten eine Hardware-Komponente prinzipiell verarbeiten und übertragen muss, umso wichtiger sind mehr PCIE-Lanes für diese Komponente, schlicht und ergreifend weil mehr Bandbreite zur Datenübertragung zur Verfügung steht.

Es ist vergleichbar mit einer Autobahn: Es ist deutlich sinnvoller eine Großstadt wie Berlin an eine Autobahn mit vielen Spuren anzuschließen als ein kleines Kuhdorf im Nirgendwo, wo nur wenige Fahrzeuge hinfahren.

Für das Beispiel mit den Chipsätzen oben bedeutet dies, dass der H-Chipsatz also eine Grafikkarte mit 16 Lanes anbinden kann. Weil derzeit praktisch 16-fach angebundene PCIE-Slots das Maximum sind, wird häufig von einem „vollwertigen“ PCIE-Slot gesprochen.

Eine derartige Bezeichnung legt nahe, dass PCIE-Slots mit weniger Lanes „minderwertig“ sind, was aber natürlich nicht stimmt. Selbst ein mit 8 Lanes angebundener PCIE-Slot der Version 3.0 hat immer noch mächtig Leistung!

Der Z370 Chipsatz unterstützt den Betrieb einer Grafikkarte mit 16x Lanes ebenfalls, bietet aber außerdem noch die Möglichkeit, zwei Grafikkarten parallel mit jeweils 8 angebundenen Lanes zu betreiben. Als letzte Option ermöglicht er den Betrieb von 3 Grafikkarten, wobei eine mit 8 Lanes und zwei mit 4 Lanes angebunden werden können.

8 PCIE-Lanes reichen für einen uneingeschränkten Betrieb einer Grafikkarte völlig aus

Nun magst Du dich fragen,  warum man eine Grafikkarte bitte nur mit halber Kapazität, also lediglich über 8 Lanes anbinden sollte.

Dieser Einwand erscheint zunächst völlig berechtigt, schließlich beraubt man sich ja offenbar so riesigem Potenzial.

In der Praxis ist es allerdings so, dass praktisch keine Grafikkarte die Datenkapazität der 16x PCIE 3.0 Lanes ausreizen kann. Vielmehr ist es sogar so, dass selbst 8 Lanes für 99,9% aller Consumer-GPUs noch völlig ausreichend sind und durch die Reduzierung der Bandbreite so keinerlei oder wenigsten für den Normaluser kaum spürbare Performanceeinbußen entstehen.

Auf diese Weise können daher mit dem Z370 Chipsatz aus unserem Beispiel 2 GPUs mit je 8 Lanes trotzdem mit praktisch voller Leistung parallel betrieben werden.

Wieso gibt es überhaupt eine Limitierung der PCIe-Lanes?

Der Grund, warum die meisten Mainboards als Gesamtkapazität für die PCIE-Slots an der CPU nur 16x Lanes aufweisen (also 1×16 oder 2×8 oder 1×8 + 2×4) liegt in der PCIE-Kapazitätsbegrenzung der meisten Prozessoren begründet.

Natürlich haben auch Prozessoren ein Maximum an Verarbeitungskapazität bzw. Bandbreite und dieses Limit liegt bei vielen Mittelklasse-Prozessoren bei besagten 16 PCIe-Lanes, über die direkt mit dem Prozessor kommuniziert werden kann. Es gibt hier allerdings zunehmend Ausnahmen und Prozessoren, die deutlich mehr als nur 16 PCIE-Lanes unterstützen. Insbesondere die neuen AMD Threadripper CPUs sind diesbzgl. wahre Monster und können bis zu 64(!) PCIE-Lanes unterstützen!

Weitere PCIe-Lanes im PCH (Chipset)

Wie im Blockdiagramm ersichtlich wird kommt PCI-Express auch in besonderem Maße im Rahmen des Chipsatzes und der Anbindung unterschiedlicher Hardware-Komponenten zum Einsatz.

Die meisten modernen peripheren Komponenten, also z.B. dedizierte Soundkarten, Netzwerkkarten, TV-Karten, SSD-Festplatten oder aber auch SATA-Express Festplatten usw. nutzen für den Datentransfer ebenfalls den PCI-Express-Standard und sind damit auf die Verfügbarkeit von PCIE-Lanes zur Datenübertragung angewiesen.

Es empfiehlt sich also, den Bedarf an weiteren PCI-Express Slots und Lanes im Vorfeld grob zu überschlagen und das Mainboard dahingehend zu inspizieren, dass die erforderliche Bandbreite zum Einsatz der gewünschten Komponenten vorhanden ist.

Diese typischen Komponenten kommunizieren allerdings nicht direkt mit der CPU sondern sind zunächst mit dem Chipsatz verbunden. Der Chipsatz stellt das Bindeglied zwischen den übrigen Komponenten des Systems und der CPU her und koordiniert deren Kommunikation untereinander.

Je nachdem, um welche Komponente es sich handelt, ist der Bedarf an Bandbreite bzw. an PCIE-Lanes unterschiedlich hoch. Planst Du z.B. eine gesonderte Soundkarte zu installieren, benötigt diese in den meisten Fällen nur eine Lane, d.h. einen x1 PCIe-Slot, da die zu übertragendende Datenmenge relativ gering ausfällt.

Hochleistungs-Festplatten (M.2 / NVME-Festplatten) hingegen haben durch ihre hohen Lese- bzw. Schreibgeschwindigkeiten einen hohen Datendurchsatz und sollten an einem x4 PCIE-Slot betrieben werden um sie nicht künstlich auszubremsen.

Die Crux ist nun, dass zwar die meisten Mainboards für den Chipsatz eine hohe Anzahl an PCIE-Slots bzw. Lanes vorsehen, diese aber häufig gar nicht voll belegt werden können, ohne eine Drosselung der Performance zu erzwingen. Der Grund hierfür liegt in der Verbindung zwischen Chipsatz und Prozessor.

Bei Intel arbeitet diese Verbindung (Direct Media Interface genannt)  mit einer Geschwindigkeit, die PCIE 3.0 4x entspricht. Das bedeutet, dass die Verbindung von Chipsatz zu Prozessor schnell zum Flaschenhals werden kann, beispielsweise wenn Du planst eine oder zwei schnelle SSD via NVMe anzuschließen und noch weitere PCIE-Erweiterungskarten ins Spiel bringst.

Lasse dich nicht von den Mainboard-Features blenden!

Natürlich sind für die meisten User die Rahmenbedingungen der modernen Mainboard-Plattformen völlig ausreichend, aber es lohnt sich dennoch, immer mal wieder kritisch zu hinterfragen, was einfach nur Marketing-Gag ist und welche Features tatsächlich so nutzbar sind, wie es intendiert ist.

Weitere Anschlüsse – USB, SATA und Co.

Was man bei allen Boards im Blick haben sollte ist die Zahl der unterschiedlichen Anschlüsse. Wer viele Geräte anschliessen möchte, z.B. Maus, Drucker, Tastatur, Scanner, Gagdets, Festplatten etc. benötigt ein Board mit ausreichenden USB-, S-ATA bzw. PCIE-Slots. Falls Knappheit besteht kann man sich natürlich immer noch mit einem USB-Hub behelfen, aber warum behelfen, wenn man schon bei der Planung vieles richtig machen kann 😉

Es lohnt sich hier, wirklich mal durchzugehen, welche Geräte welchen Anschluss benötigen und dann ein Board zu wählen, dass diese bereitstellt und idealerweise noch etwas „Puffer“ übrig lässt.

Achte auch auf steuerbare bzw. temperaturgesteuerte Lüfteranschlüsse

Gerade bei Gaming PCs ist eine gute Kühlleistung wichtig, sodass eine bestimmte Anzahl an Gehäuse-Lüftern angeschlossen werden können sollte.

Neben den Lüftern von CPU und Grafikkarte kommen häufig noch gesonderte Gehäuselüfter zum Einsatz, die mit Strom versorgt werden wollen. Wenn du also weißt, dass du mit zusätzlichen Lüftern arbeiten willst (z.B. weil dein anvisiertes Gehäuse 3 Gehäuselüfter mitbringt) sollte eine entsprechende Anzahl an Lüfter-Anschlussmöglichkeiten vorhanden sein. Der Vorteil von Lüfteranschlüssen am Mainboard liegt in der Lüftersteuerung. Da über Temperatur-Sensoren die Temperatur festgestellt werden kann, kann auch eine gezielte Steuerung der Lüfter erfolgen (-> geringe Temperatur im Ruhemodus = geringe Lüfterdrehzahl, hohe Temperatur – Gaming Betrieb = hohe Lüfterdrehzahl).

Würdest du die Lüfter einfach an das Netzteil anschliessen, würden sie kontinuierlich mit voller Drehzahl laufen).

Der Arbeitsspeicher – DDR4-RAM ist derzeit Standard

Wir haben bislang fast noch gar nicht über den Arbeitsspeicher gesprochen, der aber natürlich für dein System essentiell ist. Der momentane Standard beim Arbeitsspeicher ist DDR4-Ram der in vielen unterschiedlichen Spezifikationen existiert, die wir im Einzelnen unter in der Sektion zum Arbeitsspeicher genauer beleuchten.

Für den Moment reicht es allerdings aus, aufzuzeigen, welche Abhängigkeiten zwischen Prozessor, Mainboard und Arbeitsspeicher bestehen.

Zunächst muss der Arbeitsspeicher physisch in dein Mainboard passen. Da DDR3 und DDR4 Ram unterschiedliche Kerbungen aufweisen (und eben auch zwei Generationen sind) ist es nicht möglich, alten DDR3 Speicher auf einem neuen DDR4 Mainboard zu verbauen. Die alten DDR3-Riegel passen schlicht nicht in die dafür vorgesehen neuen DDR4-RAM-Bänke.

Neben der physischen Passung müssen zudem auch die inneren Werte des RAMs passen, insbesondere der RAM-Takt.

Vereinfacht gesprochen gibt der Takt des Arbeitsspeichers an, wie schnell Lese- bzw. Schreiboperationen vorgenommen werden können. Auch hier­ gilt: schneller = besser, also ein höherer Takt (z.B. 2666 Mhz) ist besser als ein niedrigerer Takt (z.B. 2133 Mhz), wobei wie so oft die in der Praxis wahrzunehmenden Unterschiede sehr anwendungsfallabhängig sind.

Nun ist es so, dass weder Prozessor noch Mainboard beliebig hohe Taktraten unterstützen bzw. ist die Unterstützung modellabhängig.

Es macht also keinen Sinn, superschnellen DDR4-4000 Speicher (taktet mit 4000Mhz) zu kaufen, wenn dein Mainboard nur RAM bis 2666 Mhz unterstützt. Der RAM wird dabei laufen, dass die Leistung einfach reduziert wird, aber du verschwendest natürlich Geld für Leistung, die Du mit dem Mainboard bzw. dem Prozessor nicht abrufen kannst.

Auch dein Prozessor unterstützt als direkt mit dem RAM kommunizierende Einheit nur einen bestimmten, maximalen RAM-Takt. Achte also darauf, dass der Dreiklang aus Mainboard, Prozessor und RAM stimmig ist und Du dein Geld nicht für RAM verschwendest, der unterhalb seines Maximaltaktes läuft.

Neben der Geschwindigkeit des RAMs ist natürlich auch dessen Größe entscheidend. Tatsächlich lautet in den meisten Fällen das Kredo idealerweise: Wenn Du nicht weißt, ob Du dein Geld für schnelleren RAM oder mehr RAM ausgeben sollst, entscheide dich für mehr RAM.

Ein moderner Gaming-Rechner sollte über mindestens 8 GB RAM verfügen, wobei bei vorhandenem Budget 16 GB anvisiert werden sollten, einfach weil der Bedarf an Arbeitsspeicher kontinuierlich steigt und die praktischen Vorteile ausreichend großer RAM Reserven im normalen „Arbeitsalltag“ deutlich spürbar sind.

Bauform und Platzbedarf beachten

Ein weiterer Punkt, den es bei der Auswahl des Mainboards zu beachten gibt, ist die Bauform. Die Bauform gibt im wesentlichen Aufschluss über die Abmessungen deines Boards und muss zu deinem Tower passen. Die ATX-Baumform ist im Desktop-Bereich die gängigste Bauform, allerdings existieren auch noch Varianten (z.B. Micro-ATX).

Bauformen Mainboards (Quelle: Wikipedia)

Bauformen von Mainboards (Quelle: Wikipedia)

Fazit zur Auswahl des richtigen Gaming-Mainboards

Ein passendes Gaming-Mainboard zu finden, ist an sich nicht schwer.

Sobald Du weißt, ob Du lieber einen Intel oder einen AMD Prozessor verbauen möchtest, schrumpfen die Möglichkeiten meist schon automatisch auf zwei in Frage kommende Mainboard-Sockel (z.B. bei Intel Sockel 1151-v2 und 2066 und bei AMD AMD4 bzw. TR4).

Ist der genaue Sockel bereits durch dein konkret ausgewähltes Prozessormodell bekannt, geht es eigentlich nur noch darum, durch die Wahl des richtigen Chipsatzes die Features des Mainboards abzustecken.

Hier lohnt sich wirklich eine ehrliche Auseinandersetzung mit deinen Wünschen!

Wenn Du nicht übertakten möchtest, benötigst Du DEFINITIV kein Overclocking-Mainboard (typischerweise mit X- oder Z-Chipsätzen), da du hier einfach Geld für Features verschwendest, die du nicht brauchst.

Spare dir das Geld lieber und investiere es stattdessen in eine bessere Grafikkarte oder eine sonstige Komponenten (z.B. mehr RAM), die einen tatsächlichen Nutzen bringen!

Abhängigkeiten zu anderen Komponenten

  • Gehäuse (Bauform beachten, damit das Mainboard problemlos montiert werden kann (z.B. ATX Bauform)
  • Festplatten/Laufwerke (Auf ausreichende Anzahl von Laufwerks- und Festplatten einschüben achten)
  • CPU (Sockel muss passen, Mainboard sollte über Overclocking Features verfügen, wenn die CPU eine Overclocking CPU mit frei wählbarem Takt ist, Mainboard sollte CPU „ab Werk“ unterstützen, um ein Bios-Update zu umgehen)
  • Grafikkarte (Mainboard sollte über vollwertige PCI-Express Slots verfügen)
  • RAM (Kann eine ausreichende Anzahl von RAM-Modulen am Mainboard installiert werden?)